Sonntag, 29. April 2012
Mir wurde gesagt, sie hat gerade Dienst. Nachtdienst. Vor 2 Monaten hab ich sie oft gesehen. Als ich noch in der Klinik war. Seitdem nicht mehr. Nichts fehlt mir so sehr wie sie. Ich hatte viele schöne Gespräche mit ihr. Sie hat mich verstanden und immer wieder aufgebaut. Sie war die einzige, mit der ich am Anfang geredet hab. Sie war nicht so wie alle Betreuer. Sie war einfach anders. Ganz anders! Fast keiner von den Jugendlichen mochte sie, dafür liebte ich sie umso mehr. Sie hat immer nur Dinge getan, die sie für richtig hielte. Manchmal hat sie auch Sachen gemacht, die sie eigentlich nicht dürfte. Ich mochte sie, weil sie die einzige von den ganzen Betreuern war, die immer ehrlich war und sich bei uns nicht verstellt hat. Sie war einfach sie. Man konnte sie ernst nehmen und ihr vertrauen. Anscheinend mochte sie mich auch. Als wir uns verabschiedet haben liefen Tränen. Nicht nur bei mir. Sie hat mir gesagt, wie wichtig ich ihr geworden bin und das sie noch nie einen Patienten so sehr ins Herz geschlossen hat wie mich. Ich war unendlich glücklich, als ich das hörte. Zum Abschied schenkte sie mir ein kleines Buch. In diesem Buch steht ein Satz, den ich so schnell nicht vergessen werde. Dieser Satz bedeutet mir sehr viel! "Es gibt Menschen, die vergisst man nicht!" Sie fehlt mir so unendlich sehr! Wenn ich daran denke, das ich dort durch andere Patienten ersetzt wurde, dann bekomme ich einen Hass auf alle die noch dort sind. Die Jugendlichen können noch so viele schöne Momente mit den Betreuern haben und ich nicht mehr! Vielleicht hat sie auch schon einen Ersatz für mich gefunden. Wer weiß. Auf jeden Fall werde ich sie nicht so schnell vergessen. Der Schneemann, den sie mir im Dezember gebastelt hat, hängt hier über meinem Bett. Damals, als ich unendlich glücklich war, das sie mir diesen Schneemann geschenkt hat, der mit viel Liebe gebastelt war.
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